Berufswahl

Allergien vorbeugen

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Friseurinnen und Friseure leiden überdurchschnittlich häufig an Kontaktekzemem.

Bei der Berufswahl spielen natürliche Neigungen und Fähigkeiten die zentrale Rolle. Auch die Zukunftsaussichten einzelner Berufszweige und persönlicher Entfaltungsmöglichkeiten werden berücksichtigt. Neben diesen Kriterien sollte die eigene Gesundheit von ebenso großer Bedeutung sein. Dies gilt besonders für Allergiker, denn bestimmte Berufe bergen ein überdurchschnittlich hohes Allergierisiko.

Bei prädisponierten Personen kann durch berufsspezifische Allergene zunächst eine Sensibilisierung stattfinden und nachfolgend eine allergische Erkrankung ausgelöst werden. Durch den ständigen Allergen-Kontakt kann sich das Krankheitsbild mit der Zeit verschlechtern. Für die zunehmende Zahl junger Allergiker ist es daher wichtig, Allergieauslöser zu meiden. Es ist aber kaum möglich, einer beruflich bedingten Allergenbelastung aus dem Weg zu gehen. Bei der Berufsberatung, der Berufswahl und bei Einstellungsuntersuchungen müssen daher mögliche Allergien und Allergieauslöser im neuen Arbeitsbereich unbedingt berücksichtigt werden. Einzelne Allergene sind oft für größere Berufsgruppen typisch. Unter den anerkannten Berufskrankheiten rangieren die Allergien der Häufigkeit nach hinter Lärmschwerhörigkeit an zweiter Stelle (Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften, St. Augustin, Datenjahrbuch 1995).

Beruf allergene Stoffe
Bäcker
Farben, Hirschhornsalz, Sauerteig, Zitronen- und Bittermandelöl, Zimt, Benzoesäure, p-Hydroxy-benzoesäureäthylester
Friseure Haarfarben, Bleichmittel, Fixative, Kaltwellenmittel (Thioglykolsäurederivate), Metallsalze, Duftstoffe, Gummi, Gummihilfsstoffe
Bauarbeiter
Betonhärtemittel, versch. Metalle, Farben, Kleber, Lacke, Formaldehyd
Metallarbeiter Öle, Ölzusätze, Schmierfette, Bohröle, Lötwasser, Benzinzusätze, Kühlmittel, Rostschutzmittel
Pflegeberufe Desinfektionsmittel, Lokalanästetika, Chemotherapeutika, Antibiotika, Isonicotinsäurehydracid, ätherische Öle, Neuroleptika

Außerdem können Allergien in vielen Berufen durch verschiedene Allergene ausgelöst werden. Insgesamt machen Atemwegserkrankungen und allergische Hauterkrankungen zusammen etwa ein Viertel aller anerkannten Berufserkrankungen aus. Besonders auffällig sind dabei zwei Arbeitsbereiche:

  • Etwa 90 Prozent der Bronchialasthmatiker stammen aus dem Bereichen Nahrungsmittel und Gaststätten. Klassische berufsbedingte Allergien sind Atemwegserkrankungen bei Bäckern. Asthma kann sich durch die ständige Inhalation von Mehlstaub entwickeln.
  • Bei den bis zu 75 Prozent allergisch bedingten Hauterkrankungen fehlt bisher eine genaue Aufschlüsselung. Vorherrschend sind Kontaktekzeme, Neurodermitis und Nesselausschlag. Die Hälfte dieser Hauterkrankungen treten im Gesundheitsdienst und in den Pflegeberufen auf. Häufig treten auch Hauterkrankungen durch Kontakt mit Nahrungsmitteln auf. Typische berufsbedingte Hauterkrankungen sind Kontaktekzeme in Friseurberufen. Diese Ekzeme sind zunächst auf die Stelle des Allergiekontaktes beschränkt, können sich jedoch bei weiterem Allergenkontakt auf andere Körperstellen ausbreiten und chronisch werden.

Da der Kontakt zu allergieauslösenden Substanzen in bestimmten Berufen unvermeidlich ist, sollten Allergiker oder erblich vorbelastete Atopiker Beschäftigungen mit hohem Allergierisiko meiden. Dazu müssen Betroffene aber zunächst über Risikoberufe und über Gefahren, die durch berufsbedingte Verschlechterungen von Allergien entstehen können, aufgeklärt werden.

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Aktuelle Pressemeldung

Allergien vorbeugen – das raten die Experten

Klare Vorgaben für Eltern mit allergiegefährdeten Kindern

Bonn, 10.09.19 Allergische Erkrankungen sind bei Kindern und Jugendlichen das häufigste Gesundheitsproblem. 4,7 Prozent aller Kinder bis 17 Jahren leiden an Asthma, 10,7 Prozent an Heuschnupfen und 13,2 Prozent an Neurodermitis. Die Gefahr, dass sich eine Allergie im Laufe des Lebens nicht auswächst, sondern verlagert, ist groß. Mädchen mit Heuschnupfen tragen ein mehr als doppelt so großes Risiko für ein späteres Asthma, bei Jungen ist das Risiko sogar 3,6-mal so groß. Auch für Neurodermitis gibt es Hinweise, dass sie das Asthmarisiko erhöht.

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