Broschüre: Allergien vorbeugen, gesunde Entwicklung fördern

Mit unserer Broschüre möchten wir Ihnen erklären, worauf es bei einer Allergie vorbeugenden Ernährung ankommt und worauf Sie achten sollten, insbesondere, wenn in Ihrer Familie bereits gehäuft Allergien auftreten. Wir hoffen, dass wir mit unseren Empfehlungen dazu beitragen können, dass Ihrem Kind eine Allergiekarriere erspart bleibt und es gesund und unbeschwert aufwachsen kann.


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Allergien vorbeugen, gesunde Entwicklung fördern

Zivilisationskrankheit Allergien

Der schon seit Jahren beobachtete Trend bei der Zunahme von Allergien scheint ungebrochen. Besonders bei Kindern gibt die Situation Anlass zu Besorgnis. So geht man heute davon aus, dass bis zu 20 Prozent der Kinder an allergischem Schnupfen, rund 19 Prozent an Neurodermitis und bis zu 7 Prozent an allergischem Asthma leiden. (Die Zahlen variieren abhängig von Wohnort, Umwelteinflüssen und Alter der Kinder.)

Nach wie vor herrscht Unklarheit darüber, warum das Immunsystem immer häufiger auf an sich harmlose Substanzen so heftig reagiert. Unstrittig ist, dass eine genetische Veranlagung und der frühe Kontakt mit möglichen allergieauslösenden Stoffen eine Rolle spielen.

  • Bei über einem Viertel der Kinder wurde im Laufe ihres Lebens eine atopische Erkrankung diagnostiziert.

  Allergierisiko eines Neugeborenen – genetische Veranlagung


Babys, deren Eltern und Geschwister an einer Allergie leiden, haben ein höheres Risiko, eine Allergie zu entwickeln.

Trotz aller Fortschritte in der Allergieforschung ist es nicht möglich vorherzusagen, ob ein Kind auf den einen oder anderen Stoff allergisch reagieren wird oder nicht. Sein Risiko wächst, wenn bereits andere Familienmitglieder an allergischen Erkrankungen leiden. Während in der Gesamtbevölkerung in Deutschland circa 25 bis 30 Prozent im Kindes- und Jugendalter eine Allergie entwickeln, sind bei allergisch vorbelasteten Familien bis zu 80 Prozent der Kinder betroffen. Offensichtlich wird die Bereitschaft, auf körperfremde Stoffe allergisch zu reagieren, vererbt. Diese familiäre Veranlagung wird als Atopie bezeichnet. Heuschnupfen, Neurodermitis (bekannt auch unter den Namen atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem) und allergisches Asthma sind die häufigsten im Säuglings- und Kleinkindalter auftretenden allergischen Erkrankungen. Sie alle gehören zum atopischen Formenkreis.

Ausprägung und Form der atopischen Erkrankungen sind ganz unterschiedlich. Verschiedene Langzeitstudien haben ergeben, dass bei vielen Babys, die im ersten Lebensjahr eine Neurodermitis entwickeln, bis zum Schulalter eine Rückbildung der Erkrankung zu verzeichnen ist. Bei anderen Kindern ist das Ekzem jedoch auch eine Vorstufe für eine allergische Atemwegserkrankung. Sie leiden später an Heuschnupfen oder allergischem Asthma.

Um all diesen Kindern eine solche Allergiekarriere zu ersparen, sucht man nach Mechanismen, die die natürliche Toleranz gegen Allergene steuern, beziehungsweise nach einer Antwort auf die Frage: Was macht einen Stoff zum Allergen?

  Rolle des Immunsystems


Oft reichen schon kleinste Mengen bestimmter Pollen aus, um einen allergischen Schnupfen auszulösen. Besonders häufig reagieren Kinder auf Gräser- und Roggenpollen.

Prinzipiell kann jeder Stoff aus unserer Umwelt zum Auslöser einer Allergie werden. Bei den allermeisten Allergenen handelt es sich um Proteine (Eiweiße), die beispielsweise als Bestandteile von Pflanzen (Pollen), Tieren (Hausstaubmilben, Tierhaare, Insektengift) oder Nahrungsmitteln in den menschlichen Organismus gelangen und dort, obwohl an sich harmlos, vom Immunsystem bekämpft werden. Doch warum kommt es zu solch einer Reaktion des Immunsystems? Diese Frage lässt sich leider nicht so einfach beantworten. Man weiß, dass für die Prägung des Immunsystems die ersten Lebenswochen und -monate von Bedeutung sind.

Damit der Körper eine funktionsfähige Abwehr und notwendige Schutzmechanismen gegen körperfremde Substanzen aufbauen kann, muss sich das heranreifende Immunsystem mit vielen Fremdstoffen (Antigenen) auseinandersetzen. Dabei soll es lernen, zwischen unschädlichen und schädlichen Substanzen zu unterscheiden und erstere zu tolerieren. Doch hier wird es allzu oft fehlgeleitet.


Vor der Geburt wurden Abwehrstoffe der Mutter über die Plazenta auf den kindlichen Organismus übertragen. Dadurch besitzt das Baby in den ersten Wochen sogenannten Nestschutz. Diese mütterlichen Abwehrstoffe werden nach und nach abgebaut und die Ausprägung des körpereigenen Immunsystems beginnt.

So kann es sein, dass der Organismus bei Kontakt mit einem harmlosen Stoff (z. B. Pollen) diesen fälschlicherweise als gefährlich einstuft und Antikörper entwickelt. Nun ist das Immunsystem sensibilisiert. Das bedeutet, es hat sich dieses Antigen "gemerkt" und kann beim nächsten Kontakt sofort mit Abwehrmaßnahmen reagieren. Diese zeigen sich in Form von allergischen Symptomen.

Ob es zu einer Sensibilisierung und der Entwicklung einer Allergie kommt, hängt nicht allein von der genetischen Veranlagung ab. Bestimmte Lebensumstände, verschiedene Umwelteinflüsse, der Zeitpunkt des ersten Allergenkontakts und die Menge der Aufnahme spielen ebenfalls eine Rolle. Vor diesem Hintergrund sollte man unbedingt den frühen Kontakt mit potenziellen Allergenen und eine frühe Sensibilisierung des Babys vermeiden. Dies gilt in besonderer Weise für alle Kinder, die aus einer vorbelasteten Familie stammen.